Ferien bei getrennten Eltern: so teilt ihr Sommer, Weihnachten & Co.
Ferien sind die Zeit, über die getrennte Eltern am häufigsten verhandeln. Mit einer klaren Regel je Ferienart und dem Satz „nächstes Jahr andersherum“ müsst ihr das nur einmal tun.
5 Wege, Ferien zu teilen
| Modell | So geht’s | Passt |
|---|---|---|
| Halbe-halbe | Wechsel in der Mitte der Ferien, nächstes Jahr andersherum. | Gut, wenn beide gleich viel Ferienzeit wollen. |
| Ganz bei einem | Die ganzen Ferien bei einem Elternteil, im nächsten Jahr beim anderen. | Gut, wenn die Ferien kurz sind, etwa Herbst oder Pfingsten. |
| Erste Woche | Die erste Ferienwoche bei einem, der Rest wie im Alltag. | Gut, wenn einer verreisen will, der andere nicht. |
| Wie im Alltag | Der normale Rhythmus läuft einfach weiter. | Gut, wenn ihr im Wechselmodell lebt und nah beieinander wohnt. |
| Blöcke im Sommer | Zwei oder drei Wochen am Stück je Elternteil. | Gut, wenn beide eine Urlaubsreise machen möchten. |
Wichtig ist der Satz „im nächsten Jahr andersherum“. So bekommt jeder mal die erste Sommerhälfte, mal Ostern, mal Weihnachten, ohne dass ihr jedes Jahr neu verhandelt.
Welche Ferien wie teilen?
- Sommerferien (rund 6 Wochen): halbe-halbe oder Blöcke. Plant früh, wenn jemand verreisen will.
- Herbstferien (1–2 Wochen): oft ganz bei einem, jährlich abwechselnd.
- Weihnachtsferien (rund 2 Wochen): meist halbe-halbe, die Feiertage regelt ihr extra.
- Winter- oder Faschingsferien (je nach Bundesland): ganz bei einem oder wie im Alltag.
- Osterferien (rund 2 Wochen): halbe-halbe ist beliebt.
- Pfingstferien (vor allem Bayern und Baden-Württemberg): oft ganz bei einem.
Achtung, Bundesland: Gehen eure Kinder in verschiedenen Bundesländern zur Schule oder zieht ein Elternteil um, liegen die Ferien zu verschiedenen Zeiten. Plant mit den Ferien des Bundeslands, in dem das Kind zur Schule geht.
Weihnachten und Silvester
Heiligabend ist für viele Familien der wichtigste Abend im Jahr. Drei Lösungen haben sich bewährt:
- Jährlich abwechselnd: Heiligabend in geraden Jahren bei A, in ungeraden bei B.
- Geteilt: Heiligabend bei A, der 1. Weihnachtstag bei B, im nächsten Jahr andersherum.
- Gemeinsam: Wenn es zwischen euch gut läuft, feiern manche Familien die Bescherung zusammen.
Silvester regelt ihr am besten gleich mit, meist genau umgekehrt zu Heiligabend.
Tipps für eine Planung ohne Streit
- Früh planen. Die Ferientermine stehen Jahre im Voraus fest. Ein gemeinsamer Termin im Herbst für das ganze nächste Jahr spart viele Diskussionen.
- Vorher klären, wer anfängt. „Wer hat dieses Jahr die erste Hälfte?“ ist die häufigste Streitfrage.
- Urlaubsreisen ankündigen. Wohin, wie lange, wie erreichbar. Bei Reisen ins Ausland kann je nach Ziel die Zustimmung des anderen Elternteils nötig sein. Sprecht das schriftlich ab.
- Die Kinder fragen. Nicht bei wem sie sein wollen, sondern was sie gern machen möchten. Kinder sollen nie zwischen ihren Eltern wählen müssen.
- Betreuungslücken einplanen. Sechs Wochen Sommerferien sind länger als der Urlaub der meisten Eltern. Großeltern und Ferienbetreuung gehören mit in den Plan.
Häufige Fragen
Wie teilt man die Sommerferien bei getrennten Eltern?
Bewährt sind halbe-halbe mit einem Wechsel in der Mitte oder zwei bis drei Wochen am Stück je Elternteil, jedes Jahr andersherum.
Wer hat an Weihnachten die Kinder?
Das legt ihr selbst fest. Üblich ist, Heiligabend jährlich abzuwechseln oder Heiligabend und den 1. Weihnachtstag aufzuteilen.
Darf ich mit meinem Kind ins Ausland verreisen?
Für normale Urlaubsreisen reicht oft eine Absprache. Je nach Reiseziel kann bei gemeinsamem Sorgerecht die Zustimmung des anderen Elternteils nötig sein. Haltet sie am besten schriftlich fest.
Was gilt, wenn die Ferien nicht geregelt sind?
Dann läuft meist der normale Rhythmus weiter. Damit es keinen Streit gibt, regelt die Ferien am besten frühzeitig und für das ganze Jahr.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Kostenlose Hilfe bekommst du beim Jugendamt und bei Erziehungs- und Familienberatungsstellen.