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Wechselmodell-Kalender: die 5 gängigsten Modelle im Überblick

Woche um Woche, 2-2-5-5 oder alle 2–3 Tage? Hier siehst du die gängigen Modelle als Kalender, für welches Alter sie passen und wie ihr euren Plan führt, ohne dass Absprachen untergehen.

Von Sebastian Fischer, Papa im Wechselmodell · Stand Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Was ist ein Wechselmodell?

Im Wechselmodell leben die Kinder abwechselnd bei beiden Eltern, und zwar etwa gleich lang. Man spricht auch vom paritätischen Wechselmodell oder von „Doppelresidenz“. Sind die Kinder deutlich mehr bei einem Elternteil, etwa ein Drittel der Zeit beim anderen, heißt das oft erweitertes Umgangsmodell. Das klassische Residenzmodell ist der Fall, in dem die Kinder bei einem Elternteil wohnen und den anderen zum Beispiel jedes zweite Wochenende besuchen.

Ein Gesetz, das ein bestimmtes Modell vorschreibt, gibt es in Deutschland nicht. Ihr könnt frei vereinbaren, was zu euch und euren Kindern passt. Seit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs von 2017 kann ein Familiengericht ein Wechselmodell aber auch anordnen, wenn es dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Die 5 gängigsten Modelle im Kalender

Jedes Kästchen ist eine Nacht. Orange heißt bei Elternteil A, blau bei Elternteil B. Die erste Reihe beginnt an einem Montag und zeigt zwei Wochen, danach wiederholt sich das Muster.

bei Abei B
Modell14 NächtePasst gut für
Woche um Woche
7 : 7 Nächte in 14 Tagen
Schulkinder und Teenager. Wenig Wechsel, lange Zeit am Stück.
2-2-5-5
7 : 7 Nächte in 14 Tagen
Feste Wochentage, die sich nie ändern. Gut für Hobbys und Kita.
Alle 2–3 Tage im Wechsel (2-2-3)
7 : 7 Nächte in 14 Tagen
Kleine Kinder. Kein Elternteil ist länger als 3 Nächte weg.
3-4-4-3
7 : 7 Nächte in 14 Tagen
Ein Mittelweg: etwas mehr Ruhe als 2-2-3, kürzer als eine Woche.
Jedes zweite Wochenende
12 : 2 Nächte in 14 Tagen
Residenzmodell: Die Kinder wohnen bei einem, besuchen den anderen.

Die Namen klingen technisch, die Idee ist einfach: 2-2-5-5 heißt, jeder hat zwei feste Wochentage, die Wochenenden wechseln. 2-2-3 heißt, die Kinder wechseln alle zwei bis drei Tage. Beide Modelle ergeben über zwei Wochen genau die Hälfte.

Welches Modell passt zu welchem Alter?

Eine feste Regel gibt es nicht, aber eine bewährte Faustregel: Je jünger das Kind, desto kürzer die Abstände. Kleinkinder haben ein anderes Zeitgefühl. Eine Woche ohne Mama oder Papa ist für eine Zweijährige sehr lang.

Tipp: Der Wechsel über Kita oder Schule ist für Kinder oft am leichtesten. Einer bringt morgens, der andere holt nachmittags. So gibt es keinen Abschied an der Haustür.

So führt ihr den Kalender, ohne euch zu verzetteln

Viele Familien starten mit einem geteilten Kalender auf dem Handy und tragen jede Woche von Hand ein, wer die Kinder hat. Das geht, bis die ersten Ausnahmen kommen: ein getauschtes Wochenende, Ferien, ein Geburtstag. Dann steht in drei Kalendern dreimal etwas anderes.

  1. Den Rhythmus nur einmal festlegen. Die Wiederholung soll sich selbst eintragen, nicht jede Woche neu.
  2. Nur Ausnahmen pflegen. Ein Tausch ist eine Ausnahme vom Rhythmus, kein neuer Termin.
  3. Ferien und Feiertage vorher regeln. Sie überschreiben den Rhythmus, das sollte der Kalender wissen.
  4. Eine Quelle für alle. Beide Zuhause sehen denselben Stand, statt Screenshots hin und her zu schicken.
  5. Die Kinder mitnehmen. Sie wollen wissen, wie lange sie noch wo sind. Ein Bild sagt ihnen mehr als ein Kalendereintrag.

Häufige Fragen

Was ist ein Wechselmodell?

Im Wechselmodell leben die Kinder abwechselnd und etwa gleich lang bei beiden Eltern, zum Beispiel Woche um Woche oder nach dem Muster 2-2-5-5.

Welches Wechselmodell ist für Kleinkinder geeignet?

Für kleine Kinder eignen sich kurze Abstände wie 2-2-3, damit kein Elternteil länger als zwei bis drei Nächte weg ist. Mit dem Alter können die Abstände länger werden.

Was bedeutet 2-2-5-5?

Jeder Elternteil hat zwei feste Wochentage, die Wochenenden wechseln. So ist ein Elternteil abwechselnd fünf Tage am Stück dran, und über zwei Wochen ist die Zeit gleich verteilt.

Muss ein Wechselmodell genau 50:50 sein?

Nein. Ihr könnt jede Aufteilung vereinbaren, die zu euren Kindern passt. Als Wechselmodell bezeichnet man meist eine etwa hälftige Betreuung.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Kostenlose Hilfe bekommst du beim Jugendamt und bei Erziehungs- und Familienberatungsstellen.